Von Eseln, brennenden Oberschenkeln und vom Abschalten…

31.03.2017 – Bonaire
Mittwoch ging es auf eine große Fahrradtour. Ziel war es den südlichen Teil der Insel zu erkunden. Dabei den Eselpark, die Salzplantagen und Flamingos zu entdecken. Nach 10km Strecke erreichten wir schon den Eselpark. Meiner Vorstellung nach sollte es sich um einen kleinen Park mit drei vier Eseln handeln die man vielleicht streicheln kann, wobei Esel nicht gerade zu den Tieren gehören für die ich viel Sympathie hege, was sich da allerdings ändern sollte. Es war eine riesiges Wildgehege in dem ca.700 Esel ihr zu Hause finden. Ziel dieser Einrichtung ist die Eingrenzung der Population auf Bonaire. Früher wurden massenhaft Esel als Arbeitstiere her gebracht, nach dem sie ihre Verwendung verloren wilderten sie aus. Ohne natürlichen Feind stieg die Population rasendschnell an. Zur Futtersuche begeben sich viele Esel zu nah an die Straße und sind somit nicht selten in schwere Autounfälle verwickelt. Um dem entgegen zu wirken, werden viele von ihnen kastriert und die verletzten, kranken oder abgemagerten Esel werden in der Station aufgepeppelt und finden da ein neues zu Hause. Das Gelände ist riesig sodass keine Rede von einer Gefangenschaft sein kann, zu mal es auch genügend zu essen und zu trinken gibt. Diese sanfte, zutrauliche Neugier mit denen die Esel auf mich zukamen hat mein Herz für sie geöffnet. Ich hätte den ganzen Tag bei ihnen stehen bleiben können uns sie streicheln können. Allerdings wollten wir an diesem Tag noch so viel mehr sehen.

Also ging es weiter, durch eine sehr karke und eher steppenhafte Landschaft zur Ostküste. Unterwegs entdeckten wir weniger Flamingos als erhofft, die zudem zu weit weg waren um ein anständiges Foto zu schießen. Ein paar Kilometer weiter, mit kräftig Gegenwind und brennenden Oberschenkeln entschieden wir uns dann für eine kleine Rast am Leuchtturm von Bonair. Fasziniert vom wellenschlagenden Atlantik war für mich natürlich an Pause nicht zu denken. Während meine beiden Begleiterin im Schatten etwas ruhten entschied ich mich für die Pralle Sonne und das Meer. Am Strand waren zahllose Steine und einige hatten so Steintürmchen gebaut wie ich sie schon öfter mal auf Strandmotiven entdeckt habe. Sowas will ich auch, dachte ich und baute kurzerhand mein eigenes kleines Türmchen. Was natürlich das schönste am ganzen Strand darstellte und fotografisch festgehalten wurde. Vollkommen zufrieden mit meiner künstlerischen Höchstleistung ging es munter strampelnd weiter um die Südküste herum bis zu den Saltplantagen. Hier liegt das weiße Gold Bonaires. Riesige Salzplantagen und -kegel erstreckten sich über die Landschaft. Es kam uns vor wie eine halbe Ewigkeit daran vorbeizufahren.

Mit schmerzendem Hinterteil und einfach völlig k.O.kamen wir nach insgesamt “nur” 40km Radtour und noch einem kurzen Abstecher im Meer endlich wieder im Appartement an.

Nach diesem erlebnisreichen und körperlich sehr aktiven Tag entschieden wir uns am Donnerstag für etwas Ruhe. Ich begann meinen Tag mit einer zweistündigen Siesta auf der Liege in unserem Garten. Dabei konnte ich aller letzten Gedanken an Arbeit, Umzug und alles was mich sonst noch beschäftigt mal kurz nachgehen und sie dann in die Schublade “erst in Deutschland aufmachen” verstauen. Diese zwei Stunden haben mich so endgültig im Urlaub ankommen lassen. Mein Geist wurde frei und ich konnte mich endlich mit den wichtigen Fragen des Lebens beschäftigen, nämlich: “Was gibt’s heute so zu Essen?”

Die Creperie und eine Crepe mit Vanilleeis, gesalzener Butter, Karamelsoße und Sahne beantwortete meine Frage. Den Rest des Tages verbrachten wir mit einem Stadtbummel, im Meer planschen, essen kochen und Karten spielen, also ein absolut entspannter Urlaubstag der perfekt war um die Gesäßknochen vom Fahrradfahren zu erholen.

Jetzt möchte ich aber noch ein fettes Danke für eure zahlreiche Nachrichten und Kommentare zu meinem Block sagen. Ich freu mich wahnsinnig darüber, dass so viele fleißig mit lesen und quasi mit dabei sind.

Dankeschöööön

      

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