Cartagena, mit all seinen Seiten

Wir schaffen es tatsächlich mal relativ zeitig aus dem Bett und lassen uns vom Hostelbesitzer kurz erklären wie wir zu unserem Bus nach Cartagena kommen. Mhm so richtig versteh ich ihn aber nicht und auf der Karte kann er mir den Ort auch nicht wirklich zeigen. Laufen wäre zu weit meinte er, aber startet der Bus denn nicht an der gleichen Stelle wie der nach Palomino? Nein, anscheinend nicht. Zum „Terminal de Transporte“ müssen wir, am einfachsten mit dem Taxi, dabei nicht abzocken lassen, einfach sagen man hat nur 6000 Pesos und möchte jetzt dahin. Nach langem hin und her verlieren wir die Lust einen Bus zu diesem Terminal zu suchen, also nehmen wir das Taxi. In der Zeit finde ich noch ein schönes Fotomotiv was mir noch nie in Santa Marta aufgefallen ist. Einmal kurz „knipps“ und ab geht’s mit dem Taxi zum Busbahnhof. Wir sind noch nicht mal richtig ausgestiegen da werden wir auch schon von Busunternehmen belagert. Sie stellen schnell fest wer von uns beiden besser spanisch spricht und zack reden sie alle gleichzeitig auf mich ein. Am Ende finden wir ein meiner Meinung nach gutes Angebot und es geht auf eine 4,5 stündige Busfahrt nach Cartagena.

Angekommen schauen wir fix auf der Karte wo wir sind und wo denn jetzt diese tolle Altstadt sein soll. Da wollen wir hin. Mit dem Taxi? Nein bloß nicht, 17.000 Pesos sind uns dafür eindeutig zu viel. Also lass uns Bus fahren. 2.300 Pesos pro Person, na das geht doch.
Wenn ihr in Südamerika oder allgemein überall auf der Welt auf Reisen seid, fahrt mit den Linienbussen. Es ist einfach mega witzig, man sieht die Stadt nicht nur sondern erlebt sie auch. Man erlebt den Verkehr viel intensiver, man kommt unter die Landsleute, sieht was sie so tun, wie sie sich verhalten, wie sie reden. Es ist einfach ein Erlebnis und für alle die das Land und nicht nur die Touristenattraktionen kennenlernen möchte ein absolutes Muss. Hier in Kolumbien sind auch alle echt freundlich und man kann einfach jeden Fragen, sie sagen ein genau welchen Bus man nehmen muss und erinnern einen auch teilweise ans Aussteigen, wenn man nicht genau weiß wo man denn jetzt hin muss.
Wir halten im Zentrum der Stadt nach ca.1 Stunde Fahrtzeit. Dann schauen wir uns mal die Altstadt an und suchen dort einen Platz zum Schlafen. Bis Freitag wollen wir bleiben. Wir laufen durch die Straßen und sind beeindruckt von den Farben, den Bauten an sich, den engen Gassen und den schönen Verzierungen, aber eine Frage stellen wir uns: wo sind die ganzen Menschen? Die Stadt ist zum Bersten voll und hier ist so gut wie niemand? Mhm, komisch.
Das erste Hostel wird angesteuert…viel zu teuer…das nächste…genauso teuer…vielleicht mal ein Hotel? …auch zu teuer. Ok ich muss dazu sagen, wir möchten ein Zimmer für uns allein, das ist im Hostel immer etwas teurer aber so viel?
Es dauert nicht lang und wir werden von einem Tourguide angesprochen, er hätte uns beobachtet und wüsste eine super günstige Unterkunft. Oh das klingt gut, hat ja schließlich letzte Nacht auch funktioniert. Also mal hin da. Nach langem verhandeln bekommen wir für 120.000 Pesos (35€ die Nacht für beide zusammen) ein Zimmer mit Frühstück und Klimaanlage. Für nehmen es, aber erstmal nur für eine Nacht. Natürlich bringt uns der Tourguide noch zu einer super Pizzeria die einfach riesig ist und echt wenig kostet. Sie reicht für uns beide.
Am nächsten Morgen schauen wir uns noch etwas die Altstadt an, ist echt hübsch. Aber irgendwie sehr touristisch. Die Preise sind meiner Meinung nach schon eine Frechheit und man sieht überall wirklich nur Touristen. In dem Moment sehne ich mich irgendwie nach dem entspannten Palomino, dem Strand, die Palmen…naja aber jetzt sind wir hier also weiter geht’s. Wir buchen uns über AirBnB ein Zimmer für die kommenden zwei Nächte in einem völlig anderen Stadtteil. 30min zu Fuß von der Altstadt aus. Wir laufen vorbei an einem völlig anderen Altstadtteil, genauso hübsch aber kein einziger Tourist. Die Straßen sind voller Gewusel. Ach hier verstecken sich alle.
Unser Zimmer liegt in einem moderneren Stadtteil von Cartagena. Hier gibt es teilweise schon ein paar Hochhäuser und die Straßen sind recht breit und modern. Auch hier finden wir keinen einzigen Touristen. Langsam fühlen wir uns schon wohler.
Das Zimmer ist einfach aber schön und wenigstens mit einem Ventilator. Für knapp 18€ für uns beide pro Nacht auch echt vertretbar. Wir sind absolut zu frieden.
Am Abend gönnen wir uns ein etwas schickeres Essen mit Salat vom Salatbuffet, wo von wir uns übrigens am liebsten hauptsächlich ernährt hätten. Denn so frischer Salat ist hier doch nicht so oft vertreten.
Nach dem leckeren Mahl steuern wir den Rückweg zur Unterkunft an, aber es ist erst 20Uhr, wollen wir nicht mal dahinten rumlaufen? Nur kurz, so zum Verdauen. Daraus wird ein Spaziergang durch die komplette Altstadt mit all den Kirchen, Palästen und schönen Orten. Wir entdecken eine Hochzeitsparty am Ufer und setzen uns in Hörweite der Musik. Ein kühles Bierchen gibt’s hier ja an jeder Ecke. Also lassen wir so den Abend ausklingen.

Am nächsten Tag gings auf eine Bootstour durch die Mangrovenwälder. Der Tourguide der uns das Hostel empfohlen hatte, bat uns auch eine solche Mangroventour an. Er würde da jemanden kennen, mit dem wir das quasi fast privat und für knapp die Hälfte des Preises machen können. Nach einem kurzen Vergleich mit den üblichen Touranbietern konnten wir das nur bestätigen.
Also trafen wir uns gegen 11Uhr morgens mit ihm in der Stadt und es ging mit dem Linienbus nach La Boquilla. Hier trafen wir auf den Pescadero, unseren Bootsführer. Er zeigte uns die kleinen Straßen und erklärte uns bis wohin das Meer mal reichte und dass es jetzt um mehrere Meter zurückgegangen war. Danach ging es mit einem kleinen Boot durch die Mangrovenwälder. Das Boot erinnerte mich an diese der Gondelfahrten in Venedig. Der Pescadero stand hinten drauf und „schob“ uns quasi mit einem Stock durch die Mangroven. Ich hatte solche Mangroven schon mal auf Bonaire gesehen und war trotzdem wieder total beeindruckt. Gleichzeitig war diese totale Ruhe in den Wäldern eine gute Abwechslung zum Trubel der Stadt.
Im Anschluss gab es noch ein sehr leckeres und günstiges Mittagessen direkt am Strand, gekocht von der Schwägerin des Pescadero. Mit einem kühlen Bierchen verdaute ich noch etwas in einer Hängematte mit Blick auf das Meer und dann gings auch schon wieder zurück in die Stadt.
Was noch zu sagen ist, dass an diesem Strand einfach mal Linienbusse fahren. Das sah irgendwie völlig utopisch und unpassend aus…aber seht selbst…

 

Der Schnappschuss in Santa Marta
Die leckere Pizza
Straßen von Cartagena
Cartagena
Das “Gönneressen”
Das “Gönneressen”

Das “Gönneressen”

Auch ein Stadtteil von Cartagena
Wen man nicht alles so auf den Straßen trifft
Cartagena

Sagenhafte Farben
Straßen von Cartagena
Ein Motel in Cartagena
Die Mangroven
Auf der Mangroventour
Bus am Strand
Das leckere Mittagessen nach der Mangroventour
Chillen in der Hängematte

 

2 Kommentare bei „Cartagena, mit all seinen Seiten“

  1. Wie immer traumhaft geschrieben

  2. YO MANGROVEN UND WOLKENKRATZERSKYLINE IN EINER REISE? IST DER HAMMER! SO VIELFÄLTIG UND INTERESSANT DAS LAND ZU BIETEN HAT. UND ANJA, WILLST DU NICHT UMSATTELN IN DIE TOURISMUSBRANCHE? WÄRST BESTIMMT N SUPER REISEFÜHRER FÜR DIE AHNUNGSLOSEN PAUSCHAL HOTEL TOURISTEN 😉

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