Willkommensgruß der Natur…

Rucksack gepackt für, ja für was eigentlich? Ich weiß es nicht genau. Ich wollte einfach nur mal raus in die Natur. Draußen sein, schlafen unterm Sternenhimmel und von der Sonne geweckt werden. Wohin es gehen soll? Ich weiß es nicht. Wie lange? Keine Ahnung. Zeit habe ich noch knapp 2 Wochen… Equipment hab ich dann nun schon mal einiges besorgt, ob es ausreicht? Ich werde sehen.

Das soll alles mit…

Mein Kumpel Dennis, den ich vor Jahren auf dem Deichbrand Festival kennengelernt habe, postet er hätte ein paar Tage frei und wüsste noch nicht recht wohin mit sich. Mensch, er ist doch immer viel draußen unterwegs, wie wäre es mit einer gemeinsamen Tour. Ich schreibe ihn an, Plan steht. Wir treffen uns am 03.09.2020 gegen Mittag in Flensburg.
Erster Stopp unser Reise ist die Boulderhalle Flensbloc. Dennis gibt mir eine persönliche Einweisungsstunde und ich hab direkt Feuer gefangen. Wir probieren einige Wände aus und ich bin überwältigt von mir selbst, dass mir die Höhe doch recht wenig ausmacht.

Kletteraffe 😀

Ein paar Stunden sind wir da, futtern und trinken ne Kleinigkeit zwischendurch und dann geht es zu unserem Nachtlager. Dennis kennt da einen guten Platz an der Schlei.
Es geht schonmal gut los, denn es regnet. Na das ist doch direkt mal die erste gute Probe für mein Tarp-Poncho. Letzte Woche neu gekauft, erster Test quasi.
“Soll ich dir helfen oder magst du erstmal allein probieren?” – fragt mich Dennis. “Gern allein”, ist meine Antwort. Ich muss es ja sonst auch allein schaffen.
Dann legen wir mal los. Ich hab auch ein kleines Buch in dem beschrieben steht wie das gehen soll…die Betonung liegt auf soll… Immer wieder fang ich neu an, schau auf die Abbildungen, der Regen weicht schon langsam die Seiten des Buches auf. Mhm, irgendwie sieht das nicht so aus wie gedacht…

Was läuft da eigentlich verkehrt?
Wenn man genau hinschaut sieht man die Fragezeichen über dem Kopf…

Nach langem Hin und Her, steck ich das Buch weg und beschließe es einfach nach Gefühl und meinem Verstand zu bauen. Wenige Minuten später steht es. Tja einfach mal sich selbst vertrauen. Ich bin stolz. Dennis hält den Moment bildlich fest.

Neues Wohnhaus steht!


Noch schnell Isomatte aufpusten, dann ist das Bett fertig. Ja jetzt kommt der Hunger… Dennis schlägt vor das Kochen zu übernehmen. Aufm Gaskocher. Ich freu mich über den Vorschlag. Ich hab nen Spirituskocher, den ich noch nie ausprobiert habe und langsam wird es dunkel. Das würde wahrscheinlich auch nochmal dauern.
Es gibt Nudeln mit Pilzen und Würstchen. Die Fleischausnahme lass ich dann heute mal zu, wenn auch mit schlechtem Gewissen, genieß ich das Essen und ein kaltes Bier gibt es auch dazu. Traumhaft.

Zeit für die Nachtruhe. Ganz in der Nähe befindet sich ein Toilettenhäuschen. Wir gehen jeder Zähne putzen und entscheiden uns auf dem Rückweg dafür nochmal ans Wasser zu gehen. Wir stellen uns an den Strand und reden ein wenig. Auf einmal beginnen kleine Punkte im Wasser zu leuchten. Moment, ist das echt? Hab ich vielleicht einen an der Waffel oder was an den Augen?
Dennis schau mal, kannst du das auch sehen?”
“Ja, eh was ist das?”
Wir haben keine Ahnung, aber es wird immer mehr. Ich will ein Foto oder Video machen, aber das würde man wahrscheinlich eh nicht sehen. Also einfach genießen. Ich habe davon schonmal gehört und das auch auf Bildern gesehen aber in echt ist es einfach unglaublich. Das Gefühl dass ich dabei habe, ist einfach nicht in Worte zu fassen.

Es wirkt wie von einer anderen Welt. Und fühlt sich für mich an wie ein “Hallo Anja, herzlich Willkommen in der Natur, wir freuen uns dass du da bist.”

Überwältigt von diesem Willkommensgruß krieche ich in meinen Schlafsack…auf eine erholsame Nacht…oder?

2 Kommentare bei „Willkommensgruß der Natur…“

  1. Ines Schneider Mendes sagt: Antworten

    Einfach cool und toll, halt probieren geht über studieren…

    1. unterwegsmitanja sagt: Antworten

      Ja das stimmt. Danke 🙂

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