Unterwegs auf 4 Rädern

Gestrandet im Schwarzwald…

Gestrandet im Schwarzwald –
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Es ist nun schon fast einen Monat her, als ich meinen letzten Blogbeitrag veröffentlicht habe. In diesem einen Monat ist viel passiert. Denn eigentlich sollte es nur knapp eine Woche nach Veröffentlichung des Beitrags tatsächlich losgehen mit der Reise aber es kommt ja bekanntlich immer anders als man denkt…

So bin ich nun gerade in Süddeutschland, genauer gesagt im Hotzenwald (Schwarzwald).
Aber alles von Anfang an.
Montag den 08.11.2021 verabschiedete ich mich aus Hamburg und fuhr nach Frankfurt. Es war geplant, dort ein paar Tage zu bleiben und dann durch Deutschland zu tingeln bis zum 20.11. Am 20.11. wollte ich in Dresden sein und meine Oma zum Geburtstag überraschen.
In Frankfurt traf ich dann auch erstmal ein paar Freunde und alles war soweit in Ordnung. Jedoch viel mir auf der Fahrt schon auf, dass eine Warnlampe im Bus leuchtete und noch dazu irgendwie die Verkleidung meiner Kühlbox nicht so gut durchdacht war. Die Kühlbox fuhr bei jeder Kurve raus und wieder rein. Mhm…waren die super starken Magneten wohl doch nicht so super stark. Was also tun? Scharniere? noch stärkere Magneten? irgendwelche anderen Verschlüsse? Alles nicht die richtige Lösung, vor allem nicht für den Zeitraum den ich noch zur Verfügung habe. Schließlich wollte ich auch irgendwann mal los. Also grübelte ich wiedermal eine ganze Nacht wobei ich die Warnleuchte erstmal ignorierte. Am nächsten Tag baute ich die Verkleidung neu und sicherte die Kühlbox mit einem mehrfach geflochtenem Band (hält bis jetzt jede Kurve super aus 😀 ). Ja aber da war noch das Problem mit der Warnleuchte. Was also tun. In Hamburg habe ich eine Werkstatt die ich kenne, in Frankfurt nicht. Also ging es Mittwoch wieder zurück nach Hamburg. Angekommen merkte ich auch schon das meine persönliche Belastungsgrenze langsam erreicht war. Ständig waren meine Gedanken bei meinem Auto – wie bau ich dies? wie bau ich das? das muss ich auch noch besorgen! dafür brauch ich auch noch eine Lösung! und und und. So ging es seit Anfang September, zumindest spätestens seit ich den Ausbau richtig begonnen hatte. Eine Pause musste her und da kam die ungeplante Zeit in Hamburg ganz recht. Handy beiseite, viel Schlaf, Meditation, bisschen Sport und ein paar echt gute Worte von einigen meiner Herzensmenschen gaben mir wieder Motivation. Das Auto wurde repariert und nun musste ich mich nochmal verabschieden. Der Abschied war sehr schmerzhaft, aber ich spürte auch ein Kribbeln im Körper was mir ein „Jetzt beginnt das Abenteuer“ zuflüsterte.

Da war ich also am Freitag den 19.11. auf dem Weg nach Dresden, wobei meine Mutti dachte ich wäre schon auf dem Weg in die Niederlande…Sie sollte ja auch nichts von der Überraschung wissen. Auf halber Strecke musste ich dann leider auch schon wieder meine Reise pausieren. Dieses mal war es nicht mein Auto was Probleme mit dem Abgas hatte, sondern ich. Nach einer knapp 2 stündigen Pause auf einem Raststätten WC, entschied ich mich für die Übernachtung in einem nahegelegenen Hotel mit warmen Bad und Bett um die Reise am darauffolgenden Tag fortzusetzen. Vielleicht würde ich noch pünktlich zum Geburtstag auftauchen können.
Mein Körper hatte andere Pläne mit mir sodass es für mich Samstag direkt zu meiner Mutti ging (sie selbst war aber nicht zu Hause) und ich mich dort ins Bett verkrümelte.
Natürlich war es, auch wenn anders geplant, eine riesige Überraschung für sie. Meiner angeschlagenen Gesundheit zur Folge, entschied ich mich dann doch noch dafür ein paar Tage länger zu bleiben um auch wirklich fit in mein Vanlife zu starten.
Am Freitag den 26.11. verabschiedete ich mich nach dem Frühstück, besuchte noch kurz meinen Bruder in Chemnitz und startete in Richtung Heidelberg. Ca. 500km sind eine angenehme Etappe für einen Tag dachte ich mir und in der Gegend wohnt eine Freundin die ich spontan besuchte. Samstag sollte es dann weiter Richtung Frankreich gehen.
Ja wie es dann nun ist, wenn man sich eine Weile nicht gesehen hat…man hat sich viel zu erzählen…Ich genoss die Zeit und beschloss mich nicht hetzen zu lassen. Heute oder morgen Frankreich? Welche Rolle spielt das schon? Samstagmittag kam mir dann die Idee, einfach noch eine befreundetes Pärchen im Süden von Deutschland zu besuchen. Ich hatte eh vor in der Nähe von Freiburg über die Grenze zu fahren. Da passt das ja ganz gut und wir haben uns 8 Jahre nicht gesehen.
Ich wurde herzlichst und voller Freude in Empfang genommen und schwupps entschied ich mich auch hier einfach mal etwas länger zu bleiben.
Dabei gab es noch einen Punkt am Auto der mich schon länger störte. Es ist recht tief…Meine Freunde schauten da mal genauer hin und ich bekam den Tipp, dass wenn es sich um ein Gewindefahrwerk handelt, ich es höher schrauben lassen kann ohne allzu großen Aufwand. Ja Mensch das klingt klasse. Kennt ihr hier ne gute Werkstatt? Na selbstverständlich. Ahja dann fahr ich doch da mal hin. Montag in die Werkstatt, sie meinten wir schauen mal und geben Bescheid. Dienstag dann der Anruf „Joar also das Auto ist jetzt höher. Aber wir haben uns die Bremsen genauer angeschaut…die sollteste neu machen. Die sind schon komplett runter.“ Na super. Hat das Auto auch mal irgendwann kein Ding was noch gemacht werden muss? Naja wat mutt dat mutt sagt man ja so schön. Also bleib ich wohl noch länger hier. Ich fühl mich hier echt wohl und meine Freunde freuen sich, dass ich noch bleibe und somit gab es noch ein weiteres Wiedersehen nach sehr langer Zeit.
Ich bin hier mitten in der Natur und an richtig guten Tagen sieht man sogar die Alpen.
Die Temperaturen hier (traumhaftes Winterwunderland) haben mich dann doch noch veranlasst ein Heizgerät fürs Auto zu bestellen. So werde ich auf meiner Tour dann auch garantiert nicht frieren.

Seit Freitag den 03.12. habe ich nun mein Auto wieder, warte jetzt aber noch auf meine ADAC Karte und genieße derweil noch die Tage. Ich werde hier auf jeden Fall traumhaft umsorgt.

Wenn es dann irgendwann mal losgeht, heißt die grobe Route über Frankreich nach Spanien zum Überwintern.

Morgenspaziergang in Frankfurt
Mit diesem aufgepimpten Schlitten gab´s nen klasse Rodeltag
Winterwunderland
Warm eingepackt lässt sich der Schnee auch genießen 🙂
Da gaaaaaanz hinten sind die Alpen. Seht ihr sie?
Für mein leibliches Wohl ist mehr als gesorgt…
pferdige Pfannkuchen <3
Kuschelpartner für die Nacht

2 Kommentare

  • Ines

    Meine liebe starke Anja. Du lässt dich nicht unterkriegen, nach all den Rückschlägen…denkst immer positiv und machst das Beste draus. Ich bin stolz auf dich und hoffe, dass du nun endlich deine Reise in den warmen Süden beginnen kannst. Alles Gute. Ich bin in Gedanken immer bei dir.

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