Unterwegs auf 4 Rädern

Pläne und das Leben…

Pläne und das Leben

„Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.“ John Lennon

Manch einer von euch kennt es, ihr habt einen super ausgefeilten Plan und dann kommt da etwas dazwischen. Etwas kleines oder Großes, das ist ganz egal aber es wirft euren Plan komplett durcheinander. Dieses Etwas nennt sich Leben. So bezeichne ich es zumindest… Auch wenn ich quasi ohne Plan losgefahren bin, habe ich mir dennoch immer wieder mal die Frage gestellt wie denn jetzt mein Reisejahr aussehen soll. Wo soll hingehen? Was will ich alles sehen? Also fing ich doch an ein paar Pläne zu machen. Manchmal waren es größere, wie z.B. diesen Sommer in Griechenland zu verbringen oder kleinere z.B. Gibraltar zu sehen. Und dann traf mich das Leben mit voller Breitseite. So schreibe ich diese Zeilen gerade aus den Niederlanden mit der wagen Überlegung den Sommer in Norwegen zu verbringen. Zwischen hier und meinem letzten Blogbeitrag ist nicht nur wahnsinnig viel Zeit vergangen, nein ist auch wahnsinnig viel Leben passiert. Mehr als ich es mir hätte erträumen können und ich bin dankbar für jeden einzelnen Moment. Ich habe in den letzten Wochen für mich eine große Entscheidung getroffen. Wie ich dazu gekommen bin und was diese beinhaltet erfahrt ihr in der nächsten Zeit hier auf meinem Blog. Bis dahin, erzähle ich euch erstmal ein wenig von diesem „Etwas“ was ich Leben nenne und was mich hier her gebracht hat.

Der letzte Beitrag war also noch von Valencia. Nachdem wir von dort wegfuhren ging es für mich und Joëlle nach Denia. Wir blieben über Nacht an einem Leuchtturm an der Küste stehen. Von da aus hatten wir eine unglaubliche Aussicht über das Meer. Das schönste daran war der Sonnenuntergang. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen, wobei wir mit dieser Idee nicht allein waren, und genossen ein kühles Bierchen während die Sonne die Landschaft in ein goldenes Licht tauchte. Es lag eine magische Stimmung in der Luft. Keiner redete laut oder spielte Musik, alle waren verzaubert von dem Spiel der Natur.

Es war eine ruhige Nacht und ich war am nächsten Morgen schon zeitig wach. Ich wollte die Aussicht und die Ruhe nutzen um zu meditieren und meine Morgenroutine umzusetzen. Schon beim Aufwachen bemerkte ich jedoch meine leicht gereizte Stimmung. Naja nach dem Meditieren wird es besser, oder? Mein Kopf lies mir keine Ruhe. Und die Umgebung irgendwie auch nicht. Erst lief irgendwie ständig jemand an mir vorbei, der mich grüßte und dann wurde ich von einer Drohne genervt. Ich verstehe dass man damit wunderschöne Aufnahmen machen kann und ich hätte dies in der ruhigen Morgenstunde wahrscheinlich auch gemacht aber für meine persönliche Ruhe war das anhaltende „zzzzzzzzzz“ einfach nicht angenehm. Ich gab es auf und ging zu meinem Van zurück. Unsere lieben Nachbarn mit denen wir uns am Vortag noch super unterhalten hatten und die mir ihrer Leiter liehen, damit ich meine Solarpanele sauber machen konnte, waren schon fleißig im Gespräch mit Joëlle. Ich drückte mich mit einem kurzen „Hallo“ an ihnen vorbei und verzog mich in meinen Van. Ich wollte Ruhe.
An manchen Tagen möchte ich einfach für mich sein und jede Unterbrechung bringt mich fast zum Platzen. Kennt ihr das? Bei mir weiß ich, dass dies vor allem von den Hormonen kommt. PMS (Prämenstruelles Syndrom) nennt sich das. Die Zeit kurz bevor ich meine Periode bekomme. Dann ist meine Zündschnur ziemlich kurz und die Verbindung zu all meinen Emotionen auch. Schlimm? Nein, denn es gehört dazu, das habe ich während der letzten Monate gelernt. Was ich auch gelernt habe ist, dass mir diese Zeit vor allem hilft zu erkennen, was mich gerade wirklich stört und wonach ich mich vielleicht sehne. Wo noch Blockaden in mir sind und wo ich doch mal näher hinschauen sollte. Denn in dieser Zeit, kann ich mich nicht hinter einer freundlichen Fassade vor mir selbst verstecken und denken, hey damit können wir uns später beschäftigen, sondern mein Körper schreit dann „NEEEEE Anja, das machen wir genau jetzt!!! Auch wenn du gerade mitten im Supermarkt stehst!“. Ich lerne immer noch diese Phasen anzunehmen und reinzuhören anstatt sie herunter zu spielen und unter Hormonschwankungen in einer Schublade zu verschieben. Auch das ist wieder dieses Etwas namens Leben, was mir dann einfach immer wieder in meine Pläne springt.

So ging es an dem Tag mit einer gereizten Anja zu Besuch zu ein paar Freunden von Joëlle. Sie arbeiteten in der Zeit auf einem kleinen Reiterhof in der Nähe von Denia. Wir gingen mit ihnen Einkaufen, da sie kein Auto zur Verfügung hatten und ich durfte mal wieder Pferdchen sehen und streicheln.
Unsere nächste Übernachtung war ein privater Stellplatz in der Nähe von Elche. Eine Hundeauffangstation. Joëlle und ich diskutierten vorher ob es eine gute Idee ist, irgendwo hinzufahren wo wir wahrscheinlich auf Hunde treffen die wir adoptieren könnten. Ich versicherte ihr wir würden stark bleiben und wir sicherten uns ein Platz für die Nacht. Ein schöner Platz mit Hängematte und Dachterrasse und einem super lieben Hund dessen Lieblingsbeschäftigung es war, sich einfach von uns streicheln zu lassen. Und Welpen…zuckersüße Welpen…aber zu unserem Glück (oder Pech?) alle schon reserviert. Ansonsten gab es derzeit keine Hunde zur Adoption. Joëlles Eltern waren erleichtert. 😀 Abends wurde es ziemlich kalt. So waren wir dankbar, dass wir das ganze Haus inklusive Heizung und leckerer Suppe nutzen durften. Am nächsten Morgen machte ich meine Morgenroutine auf der Dachterrasse des Hauses. Für Joëlle und ich war es zur Gewohnheit geworden, den Sonnenaufgang anzuschauen. Ich war meist eine halbe Stunde eher schon auf den Beinen. So konnte ich in Ruhe meditieren und dann mit ihr den Beginn des Tages einleiten. Als ich aufs Dach ging war alles von raureif (oder Frost?) überzogen. Die Temperaturen bewegten sich auf jeden Fall im einstelligen Bereich.

Nach einer ausgiebigen heißen Dusche und leckerem Frühstück verließen wir diesen Ort Richtung Murcia. Unser Weg führte uns zu „Embalse de la Rambla de Algeciras“, einem Stausee. Wir hatten diesen in einem Reiseführer gefunden. Der Weg zum Aussichtspunkt war einspurig, steil und sehr kurvenreich. Wir verdrängten jeder den Gedanken was wir wohl bei Gegenverkehr machen sollten und erreichten unser Ziel ohne Zwischenfälle. Ich empfehle übrigens bei einer Reise durch Spanien, grundsätzlich die Angst vor Gegenverkehr auf engen Straßen beiseite zu schieben. Wenn es soweit sein sollte, fällt einem schon eine Lösung ein. Ansonsten ist es verschwendete Energie.
Wir waren die einzigen Besucherinnen des Stausees. Nach ein paar Aussichtsbildern gaben wir der Versuchung nach die Felsformationen zu erklimmen und wanderten etwas auf den kleinen Hügeln rum.
Wir saßen am Ende auf einem der Hügel und waren mal wieder verblüfft über die Vielfältigkeit der spanischen Landschaft.

Unser Stellplatz für die Nacht, sollte wieder ein privater Stellplatz sein. Wir hatten uns da schon einen ausgesucht. Die Beschreibung in der was von Meditationsplätzen stand, lockte mich einfach. Und das ganze Projekt „Rec.On“ (alles aus alten Dingen wie Paletten etc. hergestellt) klang irgendwie interessant.

So fuhren wir nach Bolaimi…ohne zu wissen, dass dieser Ort uns verzaubern wird…

Der private Stellplatz
Puppy Alarm
Der Stausee

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